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Dax-Anleger bangen um Deutschland
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Handelsblatt
Die Stimmung an den Börsen bleibt bedrohlich nervös. Das liegt unter anderem auch daran, dass der Druck auf Deutschland immer weiter wächst.
Das größte Euro-Land wird wohl das Spardiktat gegen Griechenland lockern und noch mehr Gelder für die Euro-Zone bereitstellen müssen. Ansonsten würden sich die Verhandlungen mit dem Pleite-Staat festfahren, was die Lage an Märkten noch kritischer machen würde. In der abgelaufenen Woche hatte der Dax zwischenzeitlich deutlich zugelegt, bis zum Freitag aber fast alle Gewinne wieder abgegeben.
Vielen Investoren allerdings der erheblich finanzielle Einsatz Deutschlands zur Rettung der Währungsunion große Sorgen. Die Rendite 10-jähriger Bunds stieg zwischenzeitlich spürbar an und erreichte fast wieder das Niveau ihres amerikanischen Pendants. Sollte Deutschland deswegen irgendwann selbst in Bedrängnis kommen, wären die Tage der Euro-Zone wohl gezählt. Die Anleger sehen deswegen die Politik im Zugzwang.
Das bevorstehende EU-Spitzentreffen soll neue Impulse bringen. Der Chefvolkswirt der Commerzbank, Jörg Krämer, geht davon aus, dass die Kurse an den Börsen in den nächsten Tagen zunächst anziehen werden. Dann könnte sich aber wieder das bekannte Handelsmuster vergangener Krisentreffen zeigen: "Hoffnung vor dem Gipfel und Enttäuschung nach dem Gipfel."
Die großen Industriestaaten schieben einen Verschuldungsberg vor sich her, und Europa lässt keine einigende Vision erkennen. Genau damit aber könnte der gordische Knoten namens 'EU-Schuldenkrise' zerschlagen werden", sagt Kapitalmarktanalyst Hans-Jörg Naumer von Allianz Global Investors. Angesichts des nicht vorhandenen Vertrauens bleibe die Entwicklung am Aktienmarkt absehbar holprig. "Nicht nur die Fußball-EM ist in ihre entscheidende Phase eingetreten", kommentiert Analyst Ulf Krauss von der Helaba. "Auch das Ringen um den Fortbestand der Währungsunion nimmt an Intensität zu."
Die Staats- und Regierungschefs der EU wollen bei ihrem am Donnerstag beginnenden Treffen eine Wachstumsagenda abstecken. Daneben dürften auch die Themen Bankenunion und Vergemeinschaftung von Schulden diskutiert werden. "Mit richtungsweisenden Entscheidungen ist insgesamt kaum zu rechnen", sagt Krauss. "An den nervösen Finanzmärkten könnten gleichwohl selbst leise Zwischentöne des einen oder anderen Regierungschefs erhebliche Bewegungen auslösen."
Erfasst die Krise die Konsumenten?
Wichtiges Thema für den Markt bleiben die konjunkturellen Perspektiven. Zuletzt haben mit dem ZEW- und dem Ifo-Index viel beachtete Statistiken belegt, dass auch die bislang starke deutsche Wirtschaft in den Strudel der Krise gerät. Am Dienstag wird der GfK-Index zeigen, ob der hiesige Konsum ebenfalls anfängt zu schwächeln. Für den Euroraum stehen die Daten zum Verbrauchervertrauen am Donnerstag an. Analyst Christoph Balz von der Commerzbank erwartet eine erneute Eintrübung.
Nachdem auch in den USA zuletzt etliche Wirtschaftsdaten enttäuschten, richten sich auf der anderen Seite des Antlantik die Blicke nun auf den Auftragseingang bei langlebigen Gütern im Mai, welche einen Hinweis auf die Investitionsneigung der Unternehmen geben. Balz erwartet zwar wegen schwankender Bestellungen im Flugzeugsektor einen einprozentigen Rückgang. Die Transportgüter ausgenommen, prophezeit er allerdings ein leichtes Auftragsplus. "Die Wirtschaft dürfte damit weiter mit moderatem Tempo expandieren", so Balz.
Auf Unternehmensseite ist der Terminkalender dünn. Am Montag lädt Porsche zur Hauptversammlung ein. Bei dieser Gelegenheit werden Aktionäre Vorstand und Aufsichtsrat sicher mit Fragen zur geplanten Fusion mit Volkswagen löchern. Am Donnerstag will dann der Baumarkt-Betreiber Hornbach Quartalszahlen vorlegen.ßp
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