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Dax-Anleger handeln weiter mit Vorsicht
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Handelsblatt
Der Dax pendelt um den Vortagesschlusskurs und wechselt immer mal wieder sein Vorzeichen. Der Zeit notiert der deutsche Leitindex 0,2 Prozent fester bei 6.142 Zählern.
Europas Börsen haben nach einem freundlichem Auftakt bei volatilem Verlauf im Mittagshandel überwiegend seitwärts tendiert. Die Kursgewinne hatten am Vormittag zeitweise Abgaben Platz gemacht, nachdem die Auktionen von Staatsanleihen in Spanien und Italien enttäuschend verliefen. Skepsis, der EU-Gipfel am Donnerstag und Freitag in Brüssel werde keinen Durchbruch in der Bewältigung der Schuldenkrise in Europa bringen, belastete zudem die Stimmung. Die EU-Staats- und Regierungschefs, die ab Donnerstag über das Schicksal der Euro-Zone beraten, dürften wie üblich ihre Einigkeit und Solidarität bekunden, erklärte Aktienhändlerin Anita Paluch vom Brokerhaus Gekko. "Was wir aber wirklich brauchen, sind handfeste Entscheidungen für eine langfristige Vision einer funktionsfähigen Strategie, die das Festival der Ohnmacht der letzten beiden Jahre beendet", erklärte Paluch. Um die Konjunktur zu stabilisieren seien zudem nachhaltige Investitionen, die Arbeitsplätze auf Dauer schafften nötig.
Gestern hat die Ratingagentur Moody's nun auch spanischen Banken schlechtere Bonitätsnoten verpasst. Betroffen von der Herunterstufung seien 28 Geldhäuser des krisengeschüttelten Euro-Mitgliedslands. Die Bewertungen seien um eine bis vier Stufen gesenkt worden. Die Agentur hatte Spaniens Kreditwürdigkeit im Juni gleich um drei Stufen herabgestuft. Moody's hatte Mitte Juni mit dem in der Finanzbranche befürchteten Rundumschlag begonnen. Bereits Im Februar hatte Moody's erklärt, wegen der lahmen Wirtschaft und der Flaute auf den Kapitalmärkten 114 Banken und Versicherer zu überprüfen. Moody's hatte ihr Vorhaben unter anderem mit der schwachen Wirtschaftsentwicklung in Europa und den mauen Aussichten auf den Kapitalmärkten begründet.
Bei der ersten Auktion nach dem Rettungsantrag für den maroden Bankensektor hat Spanien am Geldmarkt heftigen Gegenwind verspürt. Bei der Platzierung von Papieren mit drei und sechsmonatiger Laufzeit im Gesamtvolumen von gut drei Milliarden Euro verlangten die Investoren die höchsten Renditen seit November. Auch Italien hat weiter große Mühe bei der Beschaffung von frischem Geld an den Finanzmärkten. Für Anleihen bis 2016 verlangten Investoren 5,2 Prozent. Bei einer vergleichbaren Auktion fiel der Hammer zuletzt noch bei einem Zinssatz von 4,6 Prozent.
In Deutschland fällt das GfK-Konsumklima für Juli mit 5,8 besser aus als zuvor erwartet. Prognostiziert wurde lediglich ein Indexwert von 5,6.
Gewinner und Verlierer im Dax.
Die Titel des Energiekonzerns E.ON verbuchen ein Plus von 1,8 Prozent und führen damit die Dax-Spitze an. Denn Analysten von der Bank of America/Merrill Lynch haben E.ON auf "buy" von "neutral" und RWE auf "neutral" von "underperform" hochgestuft. In der unterdurchschnittlichen Kursentwicklung der jüngsten Zeit sei die schwache Entwicklung bei den Rohstoff- und Strompreisen schon genügend reflektiert, begründeten die Analysten ihre Empfehlung.
Knapp dahinter notieren deshalb auch die Aktien von RWE mit einem Aufschlag von 2,3 Prozent.
In der zweiten Reihe überzeugt vor allem Sky nachdem die Commerzbank das Kursziel für das Unternehmen auf 3,70 Euro von 2,80 Euro erhöht und das Rating auf "buy" hochgestuft hat. Die Papiere werden gut drei Prozent teurer gehandelt.
Die am 11. Juni 2012 beschlossene Barkapitalerhöhung aus genehmigtem Kapital der Deutsche Wohnen AG, deren Bezugsfrist gestern endete, wurde in einem schwierigen Marktumfeld erfolgreich abgeschlossen. Die Bezugsquote für die angebotenen neuen Aktien betrug 99,05%. Anleger belohnen dies und verhelfen den Aktien zu einem Kursplus von 3,3 Prozent.
Größter Verlierer im Dax sind die Werte von BMW. Der bayrische Automobilhersteller büßt über drei Prozent ein. Analysten der Citigroup hatten zuvor das Rating von "buy" auf "neutral" gesenkt. Auch Daimler wird aufgrund dessen mit einem Abschlag von über zwei Prozent gehandelt. Obwohl das Kursziel des schwäbischen Autobauers von Barclays von 42 Euro auf 44 Euro angehoben wurde.
Qiagen hat Intelligent Bio-Systems übernommen.
Deutschlands größter Biotechkonzern Qiagen stellt sein Geschäft mit Molekulardiagnostik auf eine breitere Basis. Qiagen hat dazu das US-Unternehmen Intelligent Bio-Systems übernommen, wie der Konzern am Montagabend mitteilte. Finanzielle Details wurden nicht bekannt. Zudem geht Qiagen eine strategische Kooperation mit SAP ein, um Datenanalysen schneller umsetzen zu können. Qiagen rechnet damit, dass die geplanten Investitionen den bereinigten Gewinn pro Aktie um ungefähr ein US-Cent für das Gesamtjahr 2012 und um ungefähr zwei US-Cent für das Jahr 2013 verwässern werden. 2014 sollen sie dann einen positiven Beitrag zum Gewinn je Aktie leisten.
Die Eigentümer der Porsche SE (PSE) haben gestern die Weichen für die Zukunft des Unternehmens als Vermögensverwaltung mit Auto-Schwerpunkt gestellt. Die Holding hält knapp 51 Prozent der Stammaktien an Europas größtem Autokonzern Volkswagen und 50,1 Prozent am traditionellen Sportwagenbau von Porsche. Nach dem Beschluss der Hauptversammlung gestern und den erwarteten Milliardeneinnahmen aus dem Verkauf der restlichen Sportwagenbau-Anteile an VW stehen der PSE ganz neue Geschäftsfelder offen.
Die Aktien von Porsche werden heute mit einem Dividendenabschlag von 0,76 Euro gehandelt. Zum Vortagesschluss von 39,755 Euro bedeutet dies einen Abschlag von 1,9 Prozent.
Der Versicherer Ergo, eine Tochter der Munich Re, hält trotz Rückschlägen an seinen Expansionsplänen im Ausland fest, korrigiert aber seine Zielvorgaben. Im vergangenen Jahr erwirtschaftete Ergo im Ausland gut 4,3 Milliarden Euro - rund 21,4 Prozent der gesamten Prämieneinnahmen. Damit liegt der Anteil noch klar unter dem Anfang 2008 von Ergo-Chef Torsten Oletzky ausgegebenen Ziel, 2013 bereits 30 Prozent der Einnahmen im Ausland zu generieren. "Ich denke, wir können in drei bis fünf Jahren im Bestand einen Anteil von 30 Prozent erreichen", sagt nun Jochen Messemer, der im Vorstand der Ergo das internationale Geschäft verantwortet, dem Handelsblatt.
Der Personaldienstleister Adecco will sich die schwachen Kapitalmärkte gleich doppelt zunutze machen: So wollen die Schweizer eigene Aktien für bis zu 400 Millionen Euro zurückkaufen. Die Mittel dafür will sich Adecco auf dem Anleihemarkt besorgen, wie das Unternehmen heute mitteilte. An der Börse kam die Nachricht gut an. Die Adecco-Aktien stiegen um 3,5 Prozent auf 38,60 Franken.
ßp
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