MSN MoneyMSN Money
Erstellt am: 20 Juni 2012 | Von HANDELSBLATT.com, Handelsblatt.com

Dax verliert 6400 Punkte wieder aus dem Blick

Die Aktienmärkte spekulieren auf Impulse durch die Notenbanken. Dafür müssen die Akteure aber noch bis zum Abend warten. Der Dax startet vorbörslich entsprechend verhalten


Handelsblatt

Handelsblatt


Die Aktienmärkte hoffen auf Unterstützung durch die Zentralbanken. Das hat die Kurse an der Wall Street am Dienstag schon voran gebracht. Und könnte auch den Dax in Richtung 6.400 Punkte treiben. Vorbörslich war davon allerdings noch nichts zu sehen. Der Dax wird leicht unter dem Vortragsniveau gehandelt und verliert die runde Marke wieder aus dem Blick. Am Dienstag war das Marktbarometer noch mit einem Plus von 1,8 Prozent auf 6363 Punkten aus dem Handel gegangen.

Anleger halten es für möglich, dass der unerwartete Einbruch des deutschen ZEW-Konjunkturbarometers auch bei den bis Mittwoch laufenden zweitägigen geldpolitischen Beratungen der US-Notenbank Federal Reserve eine Rolle spielt. "Ich glaube, dass die Zentralbanken ihr Vorgehen abstimmen und miteinander darüber reden, was für den gesamten Globus am besten wäre", sagte Keith Bliss von Cuttone & Co in New York. "Die Notenbanken sind mit Sicherheit dazu bereit, etwas zu tun. Ob sie es dann wirklich machen werden, ist für mich derzeit die entscheidende Frage."

Der Dow-Jones-Index schloss am Dienstag 0,8 Prozent höher auf 12.837 Punkten. Der S&P-500 stieg ein Prozent auf 1357 Zähler. Der Nasdaq-Index gewann 1,2 Prozent auf 2929 Punkte.

Die deutsche Regierung ist einem britischen Zeitungsbericht über einen angeblichen Multimilliarden-Hilfsplan für angeschlagene Euro-Länder mit Hilfe von Anleihen-Käufen der europäischen Krisenrettungsfonds entgegengetreten. Über derartige Initiativen haben man beim G20-Gipfel im mexikanischen Los Cabos nicht gesprochen, sagte ein deutscher Regierungsvertreter am Dienstag am Rande des Treffens. Die Regeln für den vorläufigen Rettungsschirm EFSF und den künftigen dauerhaften Hilfefonds ESM sehen die Option von Staatsanleihen-Käufen am Sekundärmarkt vor, aber nur unter bestimmten Bedingungen. So darf der EFSF sich nur am Sekundärmarkt betätigen, wenn die Europäsche Zentralbank zuvor (EZB) außergewöhnliche Marktbedingungen festgestellt hat.

Die britische Zeitung "The Guardian" hatte aus Los Cabos berichtet, Bundeskanzlerin Angela Merkel sei bereit, ihren Widerstand gegen Sekundärmarktkäufe von Bonds der Krisenstaaten durch EFSF und ESM aufzugeben. Sie wollen den beiden Fonds erlauben lassen, ihre Mittel von 750 Milliarden Euro dafür einzusetzen. Die Aktion ziele darauf ab, die derzeit hohen Finanzierungskosten für Italien und Spanien bei Kapitalaufnahmen am Markt - offenbar ohne Auflagen - abzusenken und damit eine "Implosion" des Euro zu verhindern. Diese Hilfevariante sei am Rande des G20-Gipfels diskutiert worden. Eine offizielle Ankündigung dafür könne beim EU-Gipfel Ende des Monats kommen, berichtete die Zeitung.

Nach der Übernahme von Tognum streben die Hauptanteilseigner Daimler und Rolls-Royce einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag mit dem Motorenhersteller an. Über ihr Gemeinschaftsunternehmen Engine Holding hätten sie den Tognum-Vorstand zu Gesprächen über das weitere Vorgehen eingeladen, teilte Tognum am Dienstagabend in einer Pflichtveröffentlichung mit. Der deutsche Autobauer Daimler und der britische Turbinenhersteller Rolls-Royce hatten bereits im April 2011 angekündigt, Tognum auf diese Weise an sich binden zu wollen.

Daimler und Rolls-Royce hatten sich den mit Cummins, Caterpillar und Volvo konkurrierenden Diesel- und Gasmotorenhersteller im vergangenen Sommer nach zähen Verhandlungen mit dem Management einverleibt und die meisten übrigen Anteilseigner abgefunden. Inzwischen halten die beiden Großkonzerne gut 99 Prozent der Tognum-Anteile. Bei Tognum brach der um Sondereffekte bereinigte Überschuss im ersten Quartal 13,7 Prozent auf 44,3 Millionen Euro ein - obwohl die Auslieferung der Großdieselmotoren für Schiffe, Panzer, Bau- und Schienenfahrzeuge sowie zur Energieerzeugung den Umsatz um 3,6 Prozent auf 685,3 Millionen Euro klettern ließ.

Die Bundesregierung dürfte ihr Ziel verfehlen, bis zum Jahr 2020 eine Million elektrisch angetriebener Autos auf die Straßen zu bringen. Das räumte der Chef der Nationalen Plattform Elektromobilität (NPE), Henning Kagermann, im Gespräch mit dem Handelsblatt ein. "Nach unseren Schätzungen kommen wir lediglich auf 600.000 Elektrofahrzeuge", sagte er. Die deutsche Autoindustrie stehe vor einem "Marathon", befinde sich aber dennoch auf einem guten Weg: "Im Gegensatz zu einigen anderen Ländern gehen wir systemisch vor und drücken keine Autos mit Subventionen auf den Markt, bevor das Produkt wirklich massentauglich und die Infrastruktur ausreichend ist", sagte der NPE-Vorsitzende.

ßp

Sponsored Links

0Kommentare

Partnerangebot