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Der Dax fällt wieder unter 6.300 Punkte
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Handelsblatt
Der Dax geht wieder auf Talfahrt. Nach den Vortagesgewinnen liegt er am Morgen vorbörslich bereits wieder unter der Marke von 6.300 Punkten. Am Donnerstag hatte das Marktbarometer 0,48 Prozent höher bei 6.316 Punkten geschlossen.
Die Vorgaben aus Amerika und Asien sind uneinheitlich. In Tokio stiegen die Kurse zuletzt leicht, an Wall Street schloss die Technologiebörse Nasdaq niedriger, während der Dow und der S&P leicht zulegten.
Heute ist der Tag der Verbraucherstimmung. Die entsprechenden Indizes aus Deutschland, Frankreich und den USA werden veröffentlicht. Quartalszahlen großer Firmen stehen nicht an. Dafür laden Klöckner & Co, Aurelius und Prime Office ihre Aktionäre zur jährlichen Hauptversammlung ein.
Die Unruhe an den Finanzmärkten ist mit Händen zu greifen. Anleger kämpfen gegen hohe Kursschwankungen. Wenn sie kaufen, dann Titel mit gefühlter Sicherheit. Sicher fühlen sich die Anleger momentan mit Aktien, die relativ unabhängig von der Konjunktur sind sowie mit deutschen Bundesanleihen.
Gestern war die Tagesbilanz in Deutschland zwar positiv. Doch das verdeckt die zwischenzeitlichen heftigen Schwankungen. Anteil daran hatte die weiter schwelende Griechenland-Krise. Händler warten auf den Ausgang der Wahlen am 17. Juni. Zum anderen enttäuschten Konjunkturdaten. "Offenbar belasten die aktuellen Unsicherheiten im Zusammenhang mit der Euro-Schuldenkrise die Stimmung stärker als bislang angenommen", hieß es von der Helaba. Auch europäische Einkaufsmanagerindizes fielen schlecht aus.
Aus der deutschen Brille sind derzeit vor allem Versorger gefragt. Im Dax-Spektrum zählten Eon und RWE zu den größten Kursgewinnern. Händler argumentieren, in unsicheren Zeiten griffen die Anleger gerne auf Titel von Firmen zurück, die ihr Geschäft relativ konjunkturunabhängig betrieben.
Stark fühlbar ist der Run auf Sicherheit auch an den Anleihemärkten. Auffällig ist der anhaltende Ansturm auf Bundesanleihen - trotz der bereits niedrigen Effektivverzinsung. Analysten aus Finanzhäusern glauben aber durchweg nicht, dass sich die tiefen Niveaus halten können. Das belegt eine Umfrage von Reuters unter 35 Finanzhäusern eindrucksvoll. Auf Sicht von zwölf Monaten erwarten diese Analysten im Schnitt eine Rendite von 2,20 Prozent für die zehnjährige Bundesanleihe. Sogar die tiefste Schätzung von 1,70 Prozent von JP Morgan liegt über dem aktuellen Niveau.
ßp
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