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Erstellt am: 3 Mai 2012 | Von HANDELSBLATT.com, Handelsblatt.com

Quartalsergebnisse könnten Dax beflügeln

Vorbörslich tendiert der Dax höher. Viele Unternehmensmeldungen dürften für Bewegung sorgen. Heidelbergcement ist bereits größter Dax-Verlierer. BMW liegt viel besser als erwartet. Lufthansa schreibt Verlust


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Der Dax liegt vorbörslich um 20 bis 30 Punkte höher. Am Mittwoch hatte das Marktbarometer bei 6710 Punkten um 0,75 Prozent tiefer geschlossen.

Aus Amerika und Asien kommen nur schwache Vorgaben. Die großen Aktienindezes an der Wall Street bewegten sich kaum und schlossen uneinheitlich. In Asien ist die Börse Tokio geschlossen.

Heute könnten eine Reihe von Unternehmensmeldungen für Bewegung sorgen. Den Anfang machte Lufthansa.

Lufthansa hat im ersten Quartal einen operativen Verlust von 381 (Vorjahr: 169) Millionen Euro verbucht. Der Umsatz stieg nach Angaben vom Mittwochabend um sechs Prozent auf 6,6 Milliarden Euro. Von Reuters befragte Analysten hatten bei 6,49 Milliarden Euro Umsatz mit einem operativen Verlust von 289 Millionen Euro gerechnet. Das Unternehmen bekräftigte seine Bereitschaft zu betriebsbedingten Kündigungen. "Im Passagiergeschäft ist kein großer Stellenabbau geplant. Im Konzern aber können wir betriebsbedingte Kündigungen nicht ausschließen", sagte Passagiervorstand Spohr der "Bild"-Zeitung.

In der Debatte um den Kurs von Lufthansa hat sich erstmals Aufsichtsratschef Jürgen Weber zu Wort gemeldet. Und das überaus deutlich: "Die Lage ist bedrohlich", sagte Weber der "Börsenzeitung". Deutschlands größte Fluggesellschaft habe anders als bei der letzten Krise Anfang der Neunziger zwar keine 10,5 Milliarden Euro Schulden, aber immerhin 2,3 Milliarden. Wenn sich die Situation weiter so negativ entwickle, reiche der Mittelzufluss nicht mehr aus, "um die neuen Flugzeuge oder neue Schulden zu bezahlen".

Die Europäische Zentralbank tagt in Barcelona. Nach Geldspritzen für Banken und Interventionen am Anleihenmarkt will die EZB nicht länger die Krisenfeuerwehr spielen. Daher dürften weder eine Zinssenkung noch akute Maßnahmen zur Eindämmung der Krise verkündet werden.

Bayer kann auf höhere Umsätze mit seinem lukrativen Schlaganfallmittel Xarelto in den USA hoffen. Der US-Partner Johnson & Johnson (J&J) beantragte jetzt bei der US-Gesundheitsbehörde FDA, die Tablette auch zur Behandlung von tiefen Venenthrombosen, Lungenembolien sowie zur Verhinderung erneuter Venenthrombosen zuzulassen.

Weitere Unternehmensmeldungen: Eon lädt zur Hauptversammlung. BMW, MAN, Fresenius, Fresenius Medical Care, Beiersdorf und Heidelbergcement berichten über das erste Quartal.

Der Baustoffkonzern HeidelbergCement ist im ersten Quartal aufgrund kräftig gestiegener Energiekosten tiefer in die Verlustzone gerutscht als noch im Vorjahr. Zudem belastete ein kalter Jahresstart in Europa das Ergebnis. Der Verlust nach Minderheiten habe 204 Millionen Euro betragen.

Im Vorjahreszeitraum hatte das Minus 161 Millionen Euro betragen. Damit verfehlte HeidelbergCement die Schätzungen der Analysten, die im Schnitt von einem Verlust in Höhe von 167 Millionen Euro ausgegangen waren. Die Aktie reagiert vorbörslich mit deutlichen Abschlägen und ist bei Lang & Schwarz größter Verlierer im Dax.

BMW hat das beste Auftaktquartal in der Firmengeschichte hinter sich. Unter dem Strich verdienten die Münchner zwischen Januar und März fast 1,35 Milliarden Euro, gut 18 Prozent mehr als vor einem Jahr, wie der Dax-Konzern am Donnerstag mitteilte. Der Umsatz kletterte um 14,1 Prozent auf knapp 18,3 Milliarden Euro. Die Zahlen sind erheblich besser als von Fachleuten erwartet. Vorbörslich zog die Aktie daher an und setzte sich an die Spitze im Dax.

Preissenkungen der Elektronikketten Media Markt und Saturn haben den Handelsriesen Metro zum Jahresauftakt in die roten Zahlen drückt. Der Düsseldorfer Konzern verzeichnete im ersten Quartal 2012 einen Verlust von 81 Millionen Euro. Im gleichen Zeitraum des Vorjahres stand unter dem Strich noch ein Minigewinn von 14 Millionen Euro. Der Umsatz stieg dagegen um 2,2 Prozent auf 15,6 Milliarden Euro. Der Vorstandschef Olaf Koch erwartet, dass auf Basis des Umsatzwachstums das Ergebnis im Gesamtjahr 2012 "in etwa auf der Höhe des Vorjahres liegen wird." Metro bleibt auf Sparkurs: "Wir müssen nun daran arbeiten, auch bei den zentralen Verwaltungsaufgaben von Metro AG, den Bereichen IT, Logistik und Real Estate sowie weiteren Funktionen effiziente und kostenorientierte Organisationen zu schaffen", unterstrich Koch.

ßp

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