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1 August 2012 | Von dpa/ Handelsblatt.com / Anne Herklotz

Reformpaket: Frankreich beschließt Sonderabgabe für Reiche

Mit stärkeren Belastungen für Spitzenverdiener und Großunternehmen will Frankreichs sozialistische Regierung die Staatsfinanzen wieder auf Kurs bringen. Dazu wurde nun ein Nachtragshaushalt verabschiedet.


Musterschüler und Sitzenbleiber - so verschuldet sind die Euro-Länder (© Bild: Imago)
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Die Euro-Krise hält die Weltwirtschaft in Atem und wird verheerende Auswirkungen nach sich ziehen. Wie ist es um die Staatshaushalte der 17 Euroländer bestellt?

Paris. Das französische Parlament hat am Dienstagabend das erste große Reformpaket der linken Regierung von François Hollande verabschiedet. Die im Zuge eines Nachtragshaushalts beschlossenen Maßnahmen sehen im Kampf gegen das hohe Defizit erhebliche Steuererhöhungen für Spitzenverdiener und Großunternehmen vor. Allein eine Sonderabgabe zur Vermögenssteuer soll bis Jahresende 2,3 Milliarden Euro einbringen. Insgesamt wird mit Mehreinnahmen in Höhe von 7,2 Milliarden Euro gerechnet.

Mit dem Nachtragshaushalt will Hollande seine Sparziele erreichen. Der erste sozialistische Staatschef seit 1995 hat im Wahlkampf versprochen, dass Frankreich 2013 wieder die EU-Regel zum Haushaltsdefizit einhalten wird. Dafür darf der Fehlbetrag nicht mehr als drei Prozent der Wirtschaftsleistung betragen. Im vergangenen Jahr lag er bei 5,2 Prozent.

Mit dem Reformpaket wendet sich Frankreichs linke Regierung zugleich demonstrativ von der Politik der konservativen Vorgänger ab. Zusammen mit den Abgabenerhöhungen läutete die neue linke Mehrheit das Aus für etliche Projekte des früheren Präsidenten Nicolas Sarkozy ein. Unter anderem kippte sie die Steuerbefreiung von Überstunden und die sogenannte soziale Mehrwertsteuer. Letztere sollte eigentlich im Oktober eingeführt werden, um Unternehmen von Sozialabgaben entlasten zu können.

Frankreichs Präsident François Hollande will den Reichen des Landes ans Portemonnaie. Bild: DDP (© Frankreichs Präsident François Hollande will den Reichen des Landes ans Portemonnaie. Bild: DDP)

Die schon unter Sarkozy beschlossene Finanztransaktionssteuer wurde verschärft. Sie soll an diesem Mittwoch in Kraft treten und bis Jahresende einen dreistelligen Millionenbetrag einbringen. Die Abgabe in Höhe von 0,2 Prozent muss auf Geschäfte mit Papieren von Unternehmen gezahlt werden, die ihren Sitz in Frankreich haben. Ausgenommen ist allerdings der Handel mit Aktien von Gesellschaften, deren Börsenwert unter der Schwelle von einer Milliarde Euro liegt.

Eine weitere neue Steuer in Höhe in Höhe von 0,01 Prozent erhebt Frankreich auf bestimmte Transaktionen im Hochfrequenzhandel und besondere Geschäfte mit Kreditausfallversicherungen (CDS) auf EU-Staatsanleihen. Unternehmens- und Staatsanleihen an sich werden vorerst nicht besteuert.

Die konservative Partei UMP kritisierte die Reformen als wirtschaftsfeindlich und schädlich für den Standort. Frankreich werde gegenüber Ländern wie Deutschland weiter an Wettbewerbsfähigkeit verlieren, hieß es zur Verabschiedung des Nachtragshaushalts aus den Reihen der größten Oppositionspartei. Die UMP fordert wesentlich stärkere Sparanstrengungen. Von den bis zu zehn Milliarden, die im Haushalt fehlen, sollen lediglich 1,5 Milliarden durch Ausgabenkürzungen zustande kommen.

Mit dem Reformpaket verabschieden sich die französische Regierung und das aus Nationalversammlung und Senat bestehende Parlament in die Ferien. Die erste Kabinettssitzung nach der Sommerpause ist für den 22. August angesetzt.

Mehr zum Thema Finanzen und Steuern bei MSN Money:

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5Kommentare
1. Aug 2012 12:04
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die dürfen doch machen was sie wollen.

Wenn auch die Franzosen Ihre Wirtschaft total ruinieren, steht ja Deutschland bereit.

Der Deutsche verzichtet doch gerne auf Steuersenkungen, die Ihm nach seiner Leistung her zustehen würde. Ein paar Extra Steuern, um auch Frankreich zu retten, werden unsere A..lö... von Politikern doch bestimmt auch noch bei uns herausholen.

Daß es schon eine europäische Währungsunion zwischen 1865 und 1927 oder so gab, mit 10 Ländern drin (Deutschland und England waren damals so intelligent und haben sich rausgehalten), davon redet niemand. Warum? Griechenland und Italien haben das System mit Ihrer Verschuldungsmentalität total ausgenutzt, bis es nicht mehr ging. Griechenland war sogar mal Pleite und mußte raus. Nach ein paar Jahren waren sie saniert und wieder drin.

Übrigens: Die Argumenation warum mit aller Macht an dieser Währungsunion festgehalten wurde: Es wäre viel teurer dieses System fallen zu lassen. Kennen wir doch...

Am Ende war es viel teurer und das System ist trotzdem zerbrochen. Ohne Deutschland als Zahlmeister geht sowas halt nicht.

Eine der wichtigsten Wahlentscheidungen sollte in Zukunft sein, nur noch Parteien zu wählen, die uns aus diesem TEuro (die Inflation wird dauernd statistisch heruntergerechnet) befreien wollen. Lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende, den dann spätestens unsere Enkel voll ausbaden müssen.

1. Aug 2012 11:49
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Und wo weiter falls das nicht reicht, bei den weniger reichen, wo sonst und am Schluss bei den Politikern und Beamten, hi hi ...
1. Aug 2012 12:07
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Super , der Hollande!

Warum kann Merkel es nicht!?

1. Aug 2012 10:50
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Na,Herr Gabriel,alles gelesen??Bei Merkel hat es keinen Sinn.
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