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Erstellt am: 3 Dezember 2012 | Von dpa, dpa-infocom

USA sorgen für Ernüchterung im Dax nach Jahreshoch

Die Euphorie am deutschen Aktienmarkt ist am Montag nach US-Konjunkturdaten der Ernüchterung gewichen.


Nachdem der Dax am frühen Nachmittag bei knapp 7488 Punkten den höchsten Stand seit anderthalb Jahren erreicht hatte, bröckelten die Kurse im Anschluss an enttäuschende Daten zur Stimmung in der US-Industrie spürbar. Mit plus 0,40 Prozent bei 7435,21 Punkten ging der Leitindex aus dem Handel. Der MDax, der zeitweise bei knapp 11 731 Punkten ein Rekordhoch erklommen hatte, schloss mit plus 0,11 Prozent bei 11 625,89 Punkten. Der TecDax legte um 0,22 Prozent auf 842,64 Punkte zu.

Dass der ISM-Index Industrie im November unter die Expansionsschwelle gefallen war und damit wieder auf einen Rückgang der wirtschaftlichen Aktivität hindeutet, habe die Aktienmärkte in ganz Europa und zeitweise auch den USA belastet, sagten Händler. «Adieu Santa-Rally heißt es im Moment», sagte einer von ihnen und verwies zudem auf das immer noch ungelöste Problem der «Fiskalkippe» in den USA hin. Ohne eine Einigung zwischen Demokraten und Republikanern in der Haushaltspolitik treten im neuen Jahr automatisch Steuererhöhungen und Abgaben in dreistelliger Milliardenhöhe in Kraft, die die Konjunktur abwürgen könnten.

Zu den gefragtesten Werten im Dax zählten die Aktien der Deutschen Börse mit plus 1,09 Prozent. Sie profitierten von einer Kooperationsvereinbarung ihrer Terminbörsentochter Eurex mit der chinesischen Derivatebörse China Futures Association (CFA). Die Anteilsscheine von ThyssenKrupp stiegen nach Berichten über ein Kaufangebot für die defizitäre Sparte Steel Americas in Höhe von drei Milliarden US-Dollar um marktkonforme 0,39 Prozent.

Die VW-Vorzugsaktien fielen dagegen trotz positiver Studien und einem weiter stabil steigenden Absatz in den USA um 0,15 Prozent. Zu den schwächeren Dax-Werten zählten nach einer Studie zudem Continental mit minus 0,56 Prozent.

Im MDax waren die Anteilsscheine von EADS nach Plänen über eine neue Aktionärsstruktur Spitzenwert mit plus 2,66 Prozent. Das größte europäische Luft- und Raumfahrtunternehmen bestätigte an diesem Tag Gespräche seiner Großaktionäre über eine Neuordnung der Aktionärsstruktur und teilte zudem mit, auch selbst daran «aktiv» beteiligt zu sein. Laut der «Financial Times Deutschland» will die Airbus-Mutter selbst mit milliardenschweren Aktienrückkäufen in die Neuordnung eingreifen.

Der EuroStoxx 50 rettete ein Plus von 0,28 Prozent auf 2582,36 Punkten, nachdem er zeitweise noch über 2600 Punkte gesprungen war. Der Pariser Leitindex legte ebenfalls leicht zu, der britische FTSE 100 hielt sich nur ganz knapp im Plus. In den USA gab der Leitindex DJIA zum Handelsschluss in Europa um 0,11 Prozent nach. Die Nasdaq-Börsen legten leicht zu.

Am deutschen Anleihenmarkt verharrte die Umlaufrendite börsennotierter Bundeswertpapiere bei 1,10 Prozent. Der Rentenindex Rex fiel um 0,08 Prozent auf 134,84 Punkte. Der Bund Future sank um 0,28 Prozent auf 142,53 Punkte. Der Kurs des Euro stieg. Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,3057 (Freitag: 1,2986) Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,7659 (0,7701) Euro.

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