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Verbraucherschützer wollen Stromvergünstigungen für Industrie abschaffen

Bundeswirtschaftsminister und Vizekanzler Philipp Rösler und Bundesumweltminister Peter Altmaier stehen am Dienstag, 28.08.12, im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin nach dem Energiegipfel der Bundesregierung bei einem Pressestatement nebeneinander. Bild: DDP
"Die Politik hat die Belange der Verbraucher völlig aus dem Blick verloren", sagte der Chef der Verbraucherzentralen Bundesverband (vzbv), Gerd Billen, der "Passauer Neuen Presse" (Mittwochsausgabe). Es könne nicht sein, "dass private Stromkunden immer stärker zur Kasse gebeten werden, während die Industrie geschont wird". Die Zahl der Unternehmen, die von der Ökosteuer ausgenommen sind, steige, fügte Billen hinzu. "Die Zeche dafür zahlen die Verbraucher."
Der vzbv-Chef forderte Bundesumweltminister Peter Altmaier (CDU) auf, "gegen den Wildwuchs bei den Ökosteuer-Ausnahmen" vorzugehen. Auf die Frage nach der Einführung von Strom-Sozialtarifen für Geringverdiener verwies Billen darauf, dass es Sozialtarife für Unternehmen gebe. Wenn Altmaier gegen Sozialtarife sei, "sollte er konsequent sein und die staatlichen Stromrabatte für Aluminiumhersteller, Papierindustrie und Kartoffelproduzenten streichen", fügte er hinzu.
Die Mithaftung der Steuerzahler für den Netzanschluss von Windparks auf hoher See lehnte Billen ab. Diese Kosten dürften nicht auf die Verbraucher abgewälzt werden. "Die Stromnetzbetreiber kassieren eine garantierte Rendite von neun Prozent und sollten auch das unternehmerische Risiko tragen. Chancen und Risiken gehören zusammen. Die Verbraucher können nichts dafür, wenn beim Netzanschluss von Offshore-Windparks etwas schief geht."
Billen forderte Altmaier auf, schnell seine Vorschläge für eine neuerliche Reform des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG) vorzulegen. Die Eckpunkte für eine umfassende EEG-Reform dürften nicht auf die Zeit nach der Bundestagswahl verschoben werden.
Nach einem Treffen mit Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler (FDP), der Änderungen noch in dieser Legislaturperiode anstrebt, hatte Altmaier am Dienstag gesagt, eine Reform des EEG sei in der "mittel- bis langfristigen Perspektive" nötig. Deutschland brauche ein Gesetz, dass für die kommenden zehn bis fünfzehn Jahre trage und Planungssicherheit gebe.
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